Gedanken zum Monatsspruch

Monatsspruch Januar


„Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter und dein Sklave und deine Sklavin und dein Rind und dein Esel und dein ganzes Vieh und dein Fremder in deinen Toren.“ (Dtn 5,14)

Unterbrechung ist die kürzeste Definition von Religion." So hat es der katholische Theologe Johann Baptist Metz einmal sehr treffend ausgedrückt. Er beschreibt damit einen Kerninhalt der meisten Religionen. Es geht darum, bewusst und möglichst regelmäßig aus den Zwängen des Alltags auszusteigen und inne zu halten. Die klösterlichen Tagzeitengebete sind solche Formen der Unterbrechung oder die fünf Tagesgebete der Moslems. Auch der Schabbat im Judentum, die Sonntagsruhe im Christentum und das Freitagsgebet im Islam bezwecken nichts anderes. Die Gläubigen sind eingeladen innezuhalten, das Tagewerk ruhen zu lassen und bewusst auf die Rhythmen des Tages und der Woche zu achten. Ein Gottesdienst, ein Gebet, ein Moment der Stille, ein Spaziergang, ein gemeinsames Essen oder ein Besuch bei Freundinnen und Freunden können solche Unterbrechungen erleichtern oder überhaupt erst ermöglichen.