Fastenimpulse

Siebte Woche


Impulse zur Fastenzeit
nach den biblischen Wochentexten der Fastenaktion der evangelischen Kirche 2019

„Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen“

  1. Die Wahrheit erwarten (Johannes 14,1-7)

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!“, sagt Jesus hier in Vers 1 zu seinen Jüngern. Das ist wichtig – nicht erschrecken angesichts der Wahrheit und der für uns manchmal unaushaltbaren Form, in der sie sich äußert, sich uns kundtut. Da hilft manchmal nur der Glaube an Gott und daran, dass er den Sinn in vielen für uns unverständlichen Geschehnissen findet.

„Und wo ich hingehe, dahin wisst ihr den Weg.“ (Vers 4) Jesus geht voran ... Auch wenn die Jünger es nicht wahrhaben wollen, Jesus wird sie verlassen. Endgültig - er wird sterben, jämmerlich am Kreuz. Aber er lässt sozusagen einen Wegweiser zurück, nicht nur für Thomas, der ihn nicht versteht, sondern für alle. Er selbst wird dieser Wegweiser sein.

Jesus geht voran und wartet auf uns, erwartet uns. Die Wahrheit erwartet uns und wir erwarten die Wahrheit. Und der Weg dorthin ist in der Tat das Ziel, denn „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Vers 6), sagt Jesus. Das ist die Wahrheit von Kreuz und Auferstehung, ihre Dialektik und ihre Botschaft für uns.


Sechste Woche


Impulse zur Fastenzeit
nach den biblischen Wochentexten der Aktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen" der evangelischen Kirche

6. Für die Wahrheit streiten (Apg. 17,16-24)

Gott ist schon da!

Diese Einsicht aus der Missionswissenschaft des letzten Jahrhunderts war revolutionär für das Verständnis von Mission.

Die Wahrheit ist da!

Was immer wir tun oder vorhaben, Gottes Handeln ist uns vorausgegangen - und damit auch seine Wahrheit. Wir müssen sie nicht mühsam transportieren. Das ist wie bei Hase und Igel: „Ik bin al schon do“, ruft Gott uns zu.

Eigentlich wissen wir das seit dem Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Micha 6,8)

Also eigentlich wissen wir Bescheid. Aber trotzdem fällt uns die Umsetzung oft schwer und wir schauen manchmal ein wenig ratlos aus der Wäsche und sind oder werden verwirrt, ja irre.

So muss ich als Christenmensch, als Missionar, als diejenige, die teilhat an Gottes Sendung zur Welt, als derjenige, der die befreiende Botschaft des Evangeliums von der Liebe Gottes  ausrichten will an alles Volk, genau hinsehen – und manchmal auch streiten. Streiten für die Wahrheit, streiten für Gott.

Das ist nicht neu. Schon Paulus kennt das, wie wir in der Apostelgeschichte öfter lesen können. Und ihm platzte auch schon mal der Kragen, es „ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt voller Götzenbilder sah“. Nachvollziehbar – oder? Wenn Gottes Botschaft so zugestellt, ja verkehrt wird, die Menschen „irre“ werden.

Also streiten, für die Wahrheit streiten. So wie Paulus mit seinen Zeitgenossen in Athen gestritten hat. Mit den epikureischen und stoischen Philosophen unter ihnen, aber bestimmt auch mit Teilen der Juden und der Gottesfürchtigen in der Synagogalgemeinde oder einigen, die ihm auf dem Markt zuhörten, auch wenn wir davon nichts erfahren.

Das kann Probleme mit sich bringen. Einige derer, die ihn für einen Schwätzer, ja für einen, der fremde Götter verkündigt, halten, bringen ihn schließlich zum Rat der Stadt auf den Areopag: „Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du lehrst? ... Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. ...“

Geschickt nutzt Paulus die Gunst der Stunde, redet, erklärt, verkündigt. Den unbekannten, den immer wieder fremden und schwer zu verstehenden Gott, dessen Botschaft doch so einfach ist.

Um es noch einmal anders  mit Lukas zu sagen: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst“. (10,27)

Und auch wenn manche spotteten, hörten doch einige seine Botschaft und glaubten ihr.

Einige, nicht alle ...

In diesem Sinne: eine streitbare und gesegnete Woche.     Wolfram Gauhl


Fünfte Woche


Impulse zur Fastenzeit
nach den biblischen Wochentexten der Aktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen" der evangelischen Kirche

5. Wahrhaftig leben (1. Joh 3,16-18)

Also so richtig richtig leben. In allem.

„Voll richtig, ey“, wie wir im Ruhrgebiet so sagen würden.

Ganz und gar wahrhaftig leben eben.

Und das heißt?


Vierte Woche


Impulse zur Fastenzeit
nach den biblischen Wochentexten der Aktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen"

4. Sich selbst nicht belügen (2. Samuel 12,1-7)

Da hat er nun den Salat.

David – ausgerechnet David.

Dieser herausragende, mutige, feinfühlige und fromme König, Musiker, Feldherr und Psalmdichter.

David, der diese einzigartige, nahe Beziehung zu seinem Gott hat – mit einem Vertrauen, das unglaublich tief ist – schon in Jugendjahren – denkt nur an Goliat.

Ausgerechnet David.


Dritte Woche


Impulse zur Fastenzeit
nach den biblischen Wochentexten der Aktion „Mal ehrlich! Sieben Wochen ohne Lügen" der evangelischen Kirche

3. Ehrlich zueinander sein (Kol. 3,8-11)

Ok, kann ich ja mal versuchen. Wie geht das?

„Belügt einander nicht“, sagt der Kolossertext, „denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen ...“.

Ja, gut und dann springe ich meinem Gegenüber mit der Wahrheit ins Gesicht?

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