Ohne Wasser kein Leben! Gibt es noch genug sauberes Trinkwasser und wer kümmert sich um die Fäkalien?
Wasser kommt bei uns in ausreichender Menge und Qualität aus dem Wasserhahn, und nur ein einfacher Knopfdruck auf der Toilette lässt unsere Fäkalien verschwinden. Woher das Trinkwasser kommt und wie das Abwasser behandelt wird, darüber machen sich die wenigsten Menschen Gedanken.
Dieses Seminar soll über den städtischen Wasserkreislauf aufklären und zu sensiblem Umgang mit der Ressource Wasser anregen. Dazu beschäftigen wir uns mit dem vollen Spektrum der Siedlungswasserwirtschaft, von der Sicherstellung der Stadthygiene über die Trinkwasserbereitstellung, dem Gewässer- und Ressourcenschutz bis hin zum Schutz vor Überflutungen.
Als ersten Block widmen wir uns dem Trinkwasser. Nach einem historischen Blick auf die Choleraepidemien leiten wir die Notwendigkeit einer Versorgung mit sauberem Trinkwasser her und bestimmen Anforderungen an dessen Qualität. Um diese zu gewährleisten, ist nicht nur das Vorhandensein natürlicher Wasservorkommen relevant; auch die Aufbereitung und leitungsgebundene Verteilung bis zum Wasserhahn muss berücksichtigt werden. Ergänzend besprechen wir, welchen Beitrag zum sparsamen Umgang mit dieser wertvollen Ressource wir persönlich leisten können, welche Besonderheiten es in der Trinkwasserbereitstellung und -aufbereitung im Globalen Süden gibt und welchen Einfluss der Klimawandel auf die Wasserversorgung hat.
Der zweite Block des Seminars beschäftigt sich mit dem Abwasser. Dazu betrachten wir zunächst den Aufbau, die Funktion und die Instandsetzung der Kanalisation. An dessen Ende angekommen klären wir anschließend die Funktionsweise und die einzelnen Stufen einer Kläranlage. Während für klassische Verschmutzungen wie Feststoffe, organische Verschmutzungen und die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor etablierte Verfahren existieren, benötigen komplexere Verunreinigungen wie Medikamentenrückstände, Mikroplastik und PFAS (›Ewigkeitschemikalien‹) neue Behandlungsmethoden. Zuletzt lohnt auch ein Blick auf die Gewässer, in die das behandelte Abwasser schließlich eingeleitet wird, und deren Zustand auch durch zusätzliche Verschmutzung durch Landwirtschaft und Industrie belastet wird.
Regenwasserableitung und -behandlung in der Stadt bilden den dritten Themenblock. Im Zuge des Klimawandels müssen unsere Gemeinden angepasst werden. Ein Konzept für diese Anpassungen ist das der Blau-Grünen Städte (auch »Schwammstadt« genannt). Hierbei werden Verdunstung und Versickerung des Regenwassers durch bauliche Veränderungen erhöht, und die Auswirkungen von Starkregen und Hitzewellen können abgeschwächt werden.
Zusammenführend werden übergreifende Themen wie Finanzierungsmethoden, alternative Konzepte zur ressourcenorientierten Siedlungswasserwirtschaft und Möglichkeiten des Wasser Re-Use vorgestellt und diskutiert.
Als Lehrmethoden werden Vortrag, Gruppenarbeit und Diskussionsrunden verwendet. Zwischendurch eingestreute Wiederholungseinheiten ermöglichen das Rekapitulieren des Gelernten sowie die Klärung offener Fragen.
Seminarleitung: Prof. Dr. Matthias Barjenbruch
Anmeldestart und Anmeldeschluss werden im Intranet bekannt gegeben. Weitere Informationen sind im Intranet zu finden.