Nachruf Alt-Landesbischof Dr. Johannes Friedrich
Das Evangelische Studienwerk trauert um seinen ehemaligen Kuratoriumsvorsitzenden und Alt-Landesbischof Dr. Johannes Friedrich. Er verstarb am 3. September im Alter von 77 Jahren.

Der am 20. Juni 1948 in Bielefeld geborene Dr. Johannes Friedrich studierte Theologie in Erlangen und Tübingen. Von 1979 bis 1985 war er Studienpfarrer in Nürnberg und wurde 1985 als Probst an die Evangelische Gemeinde Deutscher Sprache zu Jerusalem berufen. 1991 kehrte er nach Nürnberg zurück, wo er als Dekan tätig war. 1999 wurde er zum Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gewählt. Nach zwölf Jahren im Amt übernahm Friedrich 2012 für eineinhalb Jahre eine Pfarrstelle im fränkischen Bertholdsdorf; anschließend ging er 2013 in Ruhestand.
Johannes Friedrich war von 2000 bis 2005 Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Von 2005 bis 2011 war er Leitender Bischof der VELKD und gleichzeitig Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB). Zudem gehörte Johannes Friedrich von 2002 bis 2013 dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.
Ökumene, interreligiöser Dialog, Zusammenhalt – der Lutheraner wurde für sein Wirken unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Ein besonderes Anliegen war ihm sein Mitwirken an der Revision von Luthers Bibelübersetzung. Die neu bearbeitete Lutherbibel erschien 2017 während seiner Amtszeit als Vorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Johannes Friedrich war überzeugt, dass Luthers Übersetzung eine poetische ist, die nicht nur die evangelische Kirche, sondern auch die deutsche Sprache bis in die Gegenwart geprägt hat.
2011 wählte das Kuratorium des Evangelischen Studienwerks Johannes Friedrich als dessen Vorsitzenden. Bis 2017 hatte er das Amt inne. Während seiner Zeit als Kuratoriumsvorsitzender waren seine Anliegen, das Studienwerk stärker mit den Gliedkirchen der EKD zu vernetzen sowie das Potenzial von Altvilligster*innen im Raum der Kirche sichtbarer zu machen.
Das Evangelische Studienwerk ist in Gedanken bei seiner Familie.
Foto: ELKB/Archiv