Franziska Schade

Promotionsprojekt
»Religiöse Selbstsorge von Jugendlichen. Die religiösen Bedürfnisse Heranwachsender im Kontext Jugendkirchlicher Arbeit.«

poster franziska schade loIm Jugendalter befindet sich der Mensch mit seiner Entwicklung in einer Suchbewegung. Lebenskonzepte werden ausprobiert und solange wieder verworfen, bis ein passendes Konzept gefunden ist. Das gilt auch für die religiöse Entwicklung.
Ziel des Forschungsprojektes ist es, zu untersuchen, welche Angebote und Strukturen Jugendliche für sich während der Ausübung und Entwicklung ihres Glaubens wünschen und aufsuchen. Gleichzeitig ist dabei zu fragen, ob die Jugendlichen die Angebote tatsächlich aufsuchen, weil es explizit religiöse Angebote sind oder ob dort nicht andere Motivationen ausschlaggebend sind.

Grundlegend für diese Forschungsarbeit ist die Annahme, dass die meisten Jugendlichen ein Interesse daran haben, ihre Religiosität zu erkunden und zu erweitern. Sie wissen darüber hinaus sehr genau, was sie in ihrer religiösen Entwicklung weiterbringt und was ihnen für die Ausübung ihres Glaubens wichtig ist.

Methodisch sollen mittels qualitativer Interviews solche Jugendlichen interviewt werden, die sich in Jugendkirchen engagieren oder deren Angebote wahrnehmen. Jugendkirchen stellen eine spezielle Form kirchlicher Jugendarbeit dar und bieten durch ihre Angebotsstrukturen vielfältige Anknüpfungspunkte für die Jugendlichen. Vor dem Hintergrund der Feststellung, dass Jugendliche sich von den traditionellen Angeboten der Kirche in der Regel nicht angesprochen fühlen, soll erörtert werden, inwieweit die spezielle Form der Jugendkirchen einer religiösen Sorge um Jugendliche nachkommt, inwiefern sie ihnen einen Raum bieten, in dem sie ihre eigene Religiosität ausdrücken, entwickeln und leben können. In Bezug auf konkrete Standorte muss darüber hinaus danach gefragt werden, wie die Heranwachsenden das Angebot vor Ort wahrnehmen und beurteilen und ob es noch andere Aspekte abseits der jugendkirchlichen Arbeit gibt, die die Jugendlichen als konstitutiv für ihre eigene Religiosität empfinden.

Kurzvita

portrait franziska schadeFranziska Schade studierte Germanistik, Religionswissenschaft (B.A.) und evangelische Theologie (M.A.) an der Ruhr-Universität Bochum. Schwerpunkte ihres Studiums waren systemtheoretische Zugänge in Literatur und Theologie, religionssoziologische Fragen zur Kirchen(um)nutzung sowie das Verhältnis von Jugend und Kirche. Das Studium schloss sie 2014 mit einer Arbeit zu Jugendkirchen in Westfalen ab.