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Jahresprogramm 2026
Für alle Stipendiat*innen, Altvilligster*innen / Haus Altenberg, Odenthal

Organisationsformen der (Un-)Freiheit – Bildende Kunst in der DDR

Bildungsprogramm, Sommeruniversität
Sommeruniversität | F4

Bilder der Arbeit, des Aufbaus und der Solidarität; Porträts geistiger und politischer Leitfiguren – dabei (fast) immer im Mittelpunkt: der Mensch und sein Wirken. Dieser Motivkanon war in der DDR fest verankert und prägt auch heute noch unsere Vorstellung vom dortigen Kunstschaffen – ebenso wie die Annahme, dass dieses im Grunde bipolar gewesen sei: staatstragend auf der einen, dissidentisch auf der anderen Seite. Als Analysekategorien sind diese beiden Merkmale jedoch unzureichend. Kunst hatte im sozialistischen Deutschland bestimmte Werte zu formulieren und so einem gesellschaftlichen Erziehungsauftrag nachzukommen. Indem sie der Konstruktion einer revolutionär-proletarischen Nationalkultur diente, kam ihr besonders in den ersten beiden Jahrzehnten der DDR eine systemlegitimierende und damit -stabilisierende Rolle zu. Der wechselhaften Kulturpolitik zum Trotz, beziehungsweise diese teils mitgestaltend, haben sich Künstler*innen aber zunehmende Freiheiten und Freiräume erkämpft.

Im Verlauf dieses Seminars schaffen wir uns einen strukturierten Zugang und erschließen die Thematik anhand einiger Leitfragen: Wie war das Kunstschaffen in der DDR organisiert? Unter welchen Bedingungen schufen Künstler*innen ihre Werke und wo wurden diese ausgestellt? Was bedeutet »Sozialistischer Realismus«? Dabei betrachten wir zunächst das ›Kunstsystem DDR‹, welches maßgeblich bestimmt wurde durch einen zentralistisch und hierarchisch strukturierten Staatsapparat, in dem das Kunstschaffen diversen Lenkungsmechanismen unterlag. Aufbauend auf einem grundlegenden Verständnis der Möglichkeiten und Restriktionen, die sich daraus für die Künstler*innen ergaben, widmen wir uns einigen Fallbeispielen, etwa Lea Grundigs Zyklus von elf Zeichnungen zum Manifest der Kommunistischen Partei (1968) und der Aktion »Leussow Recycling« (1977) der Künstlergruppe Clara Mosch. Diese und weitere zwischen 1949 und 1989 entstandene Kunstwerke schauen wir uns eingehend an und beschäftigen uns mit deren Urheber*innen, um die Werke neben ihren formalen und inhaltlichen Dimensionen vor allem als Schöpfungen einer komplex situierten Person(engruppe) zu begreifen. Solche Detailbetrachtungen vermitteln auf anschauliche Weise eine Vorstellung von der Komplexität des Seminargegenstands.

Weiterführend gehen wir der Frage nach, wie in der DDR geschaffene Kunstwerke nach der deutschen Wiedervereinigung wahrgenommen und re-präsentiert wurden. Welche Künstler*innen wurden ausgestellt, welche nicht? Wie wurden sie diskursiv verortet? Und letztlich: Welche Bewertung erfährt Kunst aus der DDR heute, und welche Verbindungen ergeben sich zu unserer gegenwärtigen Gesellschaft?

Das Seminarprogramm wird Impulsvorträge und gemeinsame Werkbetrachtungen umfassen. Vor allem werden wir uns die Thematik mittels Gruppenarbeiten, der Sichtung von Materialsammlungen und Kurzpräsentationen der Teilnehmenden erschließen. In Diskussionsrunden tragen wir unsere Fragen und Erkenntnisse zusammen und werten diese aus.

Seminarleitung: N.N.

Anmeldestart und Anmeldeschluss werden im Intranet bekannt gegeben. Weitere Informationen sind im Intranet zu finden.

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