Springe zu Hauptinhalt
 
 
Jahresprogramm 2026
Für alle Stipendiat*innen, Altvilligster*innen / Jugendherberge Ostkreuz, Berlin

Landeskirchen vs. Freikirchen – was wird in Zukunft nebensächlich?

Bildungsprogramm, Sommeruniversität
Frühjahrsakademie | A1

Die Welt der Freikirchen ist vielfältig und dynamisch. Diese häufig unterschätzte Landschaft des christlichen Glaubens reicht von Gründungen in der Reformationszeit bis zu gegenwärtig neu entstehenden Gemeinden und von theologisch (insbesondere ethisch) sehr progressiv bis zu reaktionär. Es handelt sich auf der einen Seite um Kirchen, die mit Landeskirchen Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft haben, bis zu solchen, die sich der Ökumene verweigern. Und es gibt sie von (vermeintlich) ohne Migrationshintergrund bis zu den Internationalen Gemeinden.

Fast genauso bunt ist die Welt der Landeskirchen, die oft als »die evangelische Kirche« wahrgenommen wird. Auch hier gibt es große Unterschiede: Einige Landeskirchen sind kleiner als die größeren deutschen Freikirchen, andere dagegen haben mehr als zweiMillionen Mitglieder. Auch unter den Landeskirchen gibt es mehrheitlich konservative und weitgehend progressive Kirchen, ebenso Kirchen mit ›Mehrheitsbewusstsein‹ und solche, für die die Diaspora Normalfall ist.

Neben Landeskirchen, die mit manchen Freikirchen Abkommen haben, gibt es andere, die sich mit täuferischen und pfingstkirchlichen Traditionen schwertun.
Im Seminar wollen wir uns folgenden Fragen widmen: Was steckt theologisch und historisch hinter den vielfältigen Ausprägungen? Wie unterscheiden sich Freikirchen in ihrer Gemeindegestaltung und ihrem Glaubensleben von den Landeskirchen, und welche Unterschiede gibt es innerhalb der Freikirchenwelt?

Wir wollen weder verallgemeinern noch bewerten, sondern verstehen, indem wir uns mit Glaubensthemen und praktischen Formen gelebten Christentums beschäftigen. Dabei ist ein wichtiges Moment des Seminars die konkrete Begegnung mit Menschen in Freikirchen, ihren Glaubensvorstellungen und -erfahrungen: Auf einer Exkursion werden wir paradigmatisch den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) näher kennenlernen und dabei mit Menschen aus dessen Leitungsebene zusammenkommen. Eine weitere Exkursion am Mittwochabend (auf freiwilliger Basis und offen für Teilnehmende aus parallel stattfindenden Seminaren) wird uns in den Abendgottesdienst einer Neuapostolischen Gemeinde führen. Auch zu den Vortragenden werden Menschen mit freikirchlicher Lebenspraxis gehören.

Zu den Methoden dieses Seminars gehören außerdem Expert*innengespräche, Plenumsdiskussionen und Arbeitsgruppenphasen.
Das Grobziel ist, Chancen und Schwierigkeiten der innerprotestantischen Ökumene wissenschaftlich auszuloten. Dafür sollen als Feinziele differenzierte Wahrnehmungen in der Freikirchenlandschaft ermöglicht und landeskirchliche Basiskenntnisse vermittelt werden. Erreicht werden soll damit das Leitziel, die Möglichkeiten und Herausforderungen des Glaubens in einer säkularisierten Gesellschaft zu diskutieren.

Seminarleitung: Prof. Dr. Lothar Triebel und Pia Dieling

Ähnliche Termine zu »Bildungsprogramm, Sommeruniversität«

Alle Termine ansehen
20.01.
Dienstag
Bildungsprogramm
Für alle Stipendiat*innen, Altvilligster*innen, Gäste / Halle (Saale), Lernwerkstatt am Pädagogik-Campus (Raum 020), Franckeplatz 1, Haus 31

Öffentliche Ringvorlesung »Demokratie verteidigen«

10.02.
Di. – Do. · 3 Tage
Bildungsprogramm
Für Stipendiat*innen (Promovierende) / digital

Skilligst: KI-Schulung

23.02.
Mo. – Fr. · 5 Tage
Bildungsprogramm, Sommeruniversität
Für alle Stipendiat*innen, Altvilligster*innen / Jugendherberge Ostkreuz, Berlin

Erinnerungen an den deutschen Kolonialismus in Tansania und ihre transnationalen Verflechtungen nach Deutschland

Frühjahrsakademie | E1