Monatsspruch Juni

„Du allein kennst das Herz aller Menschenkinder.“ (1. Kön 8,39)

Salomo betet.

Er betet im Tempel.

Den hat er in Jerusalem für seinen Gott bauen lassen und an nichts gespart.

Aller Welt will Salomo zeigen, dass er ein mächtiger, reicher König im Vorderen Orient ist.

Was sein Vater David nicht erreicht hat, hat er geschafft – Gott ein würdiges Haus zu errichten.

Heute ist der große Tag der Einweihung, ein Riesenfest mit allem Zipp und Zapp.

Jerusalem feiert und betet. Salomo auch.

Er steht betend vor dem Altar, nachdem die Bundeslade unter den Engelsflügeln der Cherubim im Allerheiligsten - im innersten Raum des Tempels - aufgestellt worden ist.

Salomo steht vor dem Volk Israel vor seinem Gott.

Es ist ein langes Gebet und eine großartige, eindrucksvolle Szene.

Herr, Gott Israels, es ist kein Gott weder droben im Himmel noch unten auf Erden dir gleich, der du hältst den Bund und die Barmherzigkeit deinen Knechten, die vor dir wandeln von ganzem Herzen“ (8,23). Salomo, der sprichwörtlich weise König, weiß um Gottes Unverfügbarkeit. „Sollte Gott wirklich auf Erden wohnen?“, fragt er und fügt gleich an: „Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen – wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?“ (8,27)

Niemand fesselt Gott an einen Ort, das weiß Salomo. Aber die Menschen sehnen sich danach, einen Ort zu haben, wo sie sich Gott nahe fühlen, einen Ort wo sie von Gott gehört werden.

Doch das ist gar nicht nötig, „denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder“.

Und das ist das Entscheidende. Gott urteilt nicht nach dem äußeren Schein – und mag er noch so prächtig sein – er urteilt nicht nach Reden und Tun, sondern er sieht das Herz an und, weiß, was im Innersten eines Menschen vorgeht, und darum geht es.

„Auch wenn ein Fremder, der nicht von deinem Volk Israel ist, aus fernem Lande kommt um deines Namens willen ..., wenn er kommt, um zu diesem Hause hin zu beten, so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und alles tun, worum der Fremde dich anruft, auf dass alle Völker auf Erden deinen Namen erkennen, damit auch sie dich fürchten wie dein Volk Israel, und dass sie innewerden, dass dein Name über diesem Hause genannt ist, das ich gebaut habe.“ (8,42f)

So betet Salomo auch für uns.

Bleibt/Bleiben Sie gesund und Gott befohlen.

Ihr/Euer Wolfram Gauhl

 

 



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