|
zurück zur Übersicht
Seminar:
F 1/ Levinas, Kubrick und wir – Die Unsichtbarkeit des Anderen Levinas’ Faszination für die Tiefe des schwarzen Raumes geht bis auf seine frühesten Schriften zurück. Sie ist ein Grundmotiv seiner Philosophie der Alterität, die den Anderen so radikal fasst, dass er nicht nur aus bestimmten kulturellen Deutungsmustern, sondern aus der Ordnung des Phänomenalen insgesamt herausfällt: Der Andere als Anderer ist im strengen Sinne unsichtbar. Eine der wenigen filmischen Auseinandersetzungen mit dem Anderen, die es mit der Radikalität von Levinas’ Ansatz aufnehmen können, findet sich in Stanley Kubricks Science- Fiction-Film »2001: A Space Odyssey«. Im Zentrum des Geschehens steht ein schwarzer Monolith, der ebenfalls aus der Ordnung des Erscheinenden herausfällt: Er schluckt, wie es im parallel entstanden Roman von Arthur C. Clarke heißt, »alles Licht«. Je ein Seminartag wird der Textlektüre und der Filmanalyse gewidmet; die übrige Zeit dient der problemorientierten Konfrontation von philosophischer und filmischer Darstellung des unsichtbaren Anderen.
Leitung: Dr. Andreas Gelhard Veranstaltungsort: Haus Villigst
Dauer: 5 Tage Zeitraum: 26. bis 30. August 2013
nach oben
F2/ On Beauty: Schönheit in der Spannung von Offenbarung und Verborgenheit
Glanz. Begehren. Strategie. Erwartung. Der Echoraum des Schönen. Das Schöne eröffnet sich Kant zufolge einem Wohlgefallen, dem nichts an der Existenz des Vorgestellten, sondern alles am Wie seines Erscheinens liegt. Einerseits wird damit ein Korrektiv gegenüber einer Orientierung an Interessen markiert. Andererseits ist diese Hommage illusionär, denn gerade das Schöne wird begehrt und zu erreichen gesucht. Nachdem die Kategorie des Schönen nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu obsolet war, wird sie im Kontext der (Post-)Moderne neu gedacht. Anthropologisch und theologisch gesehen, erscheint es der Schönheit des Menschen zuträglich, nicht völlig offenbar zu sein, sondern den Bereich des Verborgenen zu schützen. Anhand neuer Theorien und des Werkes von Yin-ka Shonibare wird den Veränderungen ästhetischer Parameter nachgegangen.
Leitung: Prof. Dr. Knut Berner, Dr. Andreas Backoefer Veranstaltungsort: Haus Villigst
Dauer: 6 Tage Zeitraum: 1. bis 6. September 2013
nach oben
F3/ »Ich sehe was, was du nicht siehst« – Über den ursprünglichen Entzug im Sichtbaren
»Was mir fehlt, ist jenes ich, das du siehst.« (Paul Valéry) Bei allen medialen Inszenierungen gibt es Dinge, die wir nicht sehen – als Entzogenes in jeder Sichtbarkeit: den Ort, von dem aus wir blicken, und unseren Blick. Der leiblichen Verfasstheit unseres Blickens geht Bernhard Waldenfels nach, dem unaufhebbaren Spalt zwischen dem, was uns ins Auge fällt, und dem, wohin wir zurückblicken. Die grundsätzliche Frage »Wie sehen wir?« soll uns als Anstoß für das Entzogene im Blickgeschehen zwischen Bild und Betrachtenden dienen. Folgt man Waldenfels, sind es gerade die »Blickbeunruhigungen«, die uns ein Anderssehen des Bekannten ermöglichen. Solchen »Entzugserscheinungen« in ikonischen Blickgeschehen folgen wir philosophisch (Waldenfels, Jean-Luc Nancy), kunstgeschichtlich (u. a. Tizian, Arnulf Rainer, Liu Bolin), theologisch (Kreuzestheologie) und praktisch. Dabei sollen Fremdblicke auf die Werke mittels körperlicher Bildinterpretation gewonnen und in einer offen angelegten Ateliersituation auf Glas und Leinwand vertieft werden.
Leitung: Christine Lungershausen, N. N. Veranstaltungsort: Haus Villigst
Dauer: 7 Tage Zeitraum: 19. bis 26. August 2013
nach oben
F4/ Wirklichkeiten der Fotografie
Was auf einer Fotografie zu sehen ist – und was nicht – beschäftigt die Fotogeschichte von Beginn an. In dieser Frage besteht auch das (kritische) Reflexionspotenzial des Mediums, mit dem sich immer wieder die Intention verbindet, sich über soziale Realitäten zu verständigen. In diesem Seminar wollen wir uns mit dokumentarischer Fotografie beschäftigen. Was wird abgebildet oder konstruiert? Welche sozialen Realitäten werden sichtbar oder bleiben verborgen? Da die Fotografie dabei auch als Metapher von Bedeutung ist, wollen wir zudem theoretische Texte der Fotogeschichte untersuchen und diese um Erörterungen zur Soziologie des Raumes ergänzen. Im zweiten Teil des Seminars planen wir eine Exkursion nach Dortmund, um diesen vom ökonomischen Strukturwandel gezeichneten Stadtraum fotografisch zu erkunden. Dazu wird es in einer Einführung praktische Hinweise zur technischen Umsetzung geben. An die mitzubringenden digitalen Kameras werden keine bestimmten technischen Anforderungen gestellt. Die Ergebnisse diskutieren wir abschließend gemeinsam.
Leitung: Elisabeth Maria Hofmann, André Fischer Veranstaltungsort: Haus Villigst
Dauer: 5 Tage Zeitraum: 26. bis 30. August 2013
nach oben
|