Sommeruniversität 2013 – E UMGANG MIT GESCHICHTE – ZUGANG ZUR GEGENWART

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Seminare:

 

E 1/(Un-)Sichtbare Wirklichkeit – Erkenntnisprozesse in der systemischen Gesprächstherapie
Die Diskussion um die Erkennbarkeit der Welt ist fast so alt wie die Welt selbst. In konstruktivistischen Prozessen der Pädagogik geht man davon aus, dass Wirklichkeit intra- bzw. interindividuell im Erkenntnisprozess erfunden wird. Oft erfüllen dabei Beraterinnen die Funktion der Co-Konstrukteurinnen; sie wollen mit ihrem Gespräch zu einer neuen Wahrnehmungsmöglichkeit beitragen.
Im Seminar werden zunächst der soziale Konstruktivismus (Gergen) und die Systemik ( Bateson) als Grundlagen der Denkrichtung besprochen. Philosophische Strömungen, die zu diesen Entwicklungen beigetragen haben, werden diskutiert. Im Anschluss werden mit Unterstützung von Referentinnen Möglichkeiten der Wirklichkeitswahrnehmung aus der systemisch-therapeutischen Praxis eingeführt, die Unsichtbares sichtbar machen wollen. Abschließend wird diskutiert, was die Praxis mit Philosophie zu tun hat, wo die beiden Disziplinen voneinander lernen könnten und welche Ansätze auch außerhalb therapeutischer Arbeit eingesetzt werden können.

Leitung: Friederike Faß
Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Meißen

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 16. bis 22. September 2013

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E 2/ Einblenden – Ausblenden. Wir und der Rest der Welt im Schulbuch
Wir beschreiben Ereignisse, indem wir Elemente wie Orte, Zeiten und Akteure auswählen und verknüpfen. Im Kehrschluss werden hierdurch andere Elemente marginalisiert oder ausgelassen und so eine Struktur des Ein- und Ausschlusses geschaffen. Je überzeugender diese aufgebaut ist, desto stärker verschleiert sie die Möglichkeit einer »anderen« Geschichte.
Schulbuchdarstellungen kommt in diesem Prozess eine besondere Relevanz zu, da sie zur Formung gesellschaftlichen Wissens eingesetzt werden. Das Seminar geht der Frage nach, wie bestimmte Akteure, Ereignisse, Handlungen in historischen Schulbuchnarrationen (un-)sichtbar gemacht werden und welche Auswirkungen dies auf unser Weltbild haben kann. Anhand ausgesuchter Beispiele soll in Workshops diskutiert werden, inwieweit das Erzählen von Geschichten per se politisch geprägt ist und welche Möglichkeiten bestehen, mit dieser Problematik umzugehen.

Leitung: Lars Müller, Lucas Garske
Veranstaltungsort: Haus Villigst

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 26. bis 30. August 2013

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E 3/ Geheimdienste und Demokratie
Regierungen setzen ihr Machtmonopol im Interesse der äußeren und inneren Sicherheit ihrer Staaten ein, um mittels geheimer Aktivitäten frühzeitig Kenntnis über sich abzeichnende innere oder äußere Bedrohungen zu gewinnen oder aber solche Gefährdungen aktiv zu bekämpfen. In Demokratien werden die Handlungsvollmachten von Regierungen – und damit von Geheimdiensten – durch verfassungsgebende Gesetze begrenzt.
Parlamente und Gerichte kontrollieren ihre Aktivitäten. Das gesellschaftliche Misstrauen gegenüber geheimen Nachrichtendiensten ist stark gewachsen: Wie lässt sich ein geheimer Nachrichtendienst angesichts gesellschaftlicher Forderungen nach Transparenz noch aufrechterhalten? Wie steht es um die Einhaltung von Grund- und Menschenrechten? Diese Probleme stehen zur Debatte.

Leitung: Dr. Hans-Georg Wieck
Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Meißen

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 16. bis 20. September 2013

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E 4/ Autobahnen für den Retter: Mahdi-Glaube und Endzeiterwartung im schiitischen Islam
Ausgehend von den Diskussionen um eschatologische Vorstellungen im schiitischen Islam, die sich derzeit vor allem um die Person und die Ideen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad drehen, widmet sich das Seminar der tiefer liegenden Konzeption einer erwarteten endzeitlichen Retterfigur, des sogenannten Mahdi. Dieser Aspekt der Unsichtbarkeit im schiitischen Islam wird aus verschiedenen zeitlichen und geografischen Perspektiven beleuchtet.
Als Grundlage wollen wir einen historischen Überblick über schiitische Theologie gewinnen und insbesondere der Rolle des zwölften Imams und der sogenannten »Großen Verborgenheit « nachgehen. Darauf aufbauend wenden wir uns den Mahdi- Debatten in der Islamischen Republik Iran seit 1979 bis heute zu. Gleichzeitig werfen wir einen komparativen Blick auf die weitere schiitische Welt wie Libanon, Irak und Pakistan. Dem Seminar liegt in erster Linie gemeinsame Textarbeit zugrunde, ergänzt durch Aspekte der populären Kultur wie Dokumentarfilme oder literarisch-visuelle Anknüpfungen an das Thema.

Leitung: Simon Wolfgang Fuchs, Miriam Younes
Veranstaltungsort: Haus Villigst

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 26. bis 30. August 2013

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