Sommeruniversität 2013 – A RELIGION – THEOLOGIE – KIRCHE

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Seminare:


 

A 1/ Unsichtbare Dimensionen des Islam: Muslimische volksreligiöse Praktiken im Spannungsfeld von Orthodoxie und Heterodoxie

Das Seminar nimmt den sogenannten »muslimischen Volksglauben« in den Blick, der lange Zeit von der Islamwissenschaft stiefmütterlich behandelt und von Vertretern des sogenannten »Gelehrtenislam« kritisiert wurde. Dieser umfasst Bereiche und Praktiken wie Heiligenverehrung, Amulettwesen und Dschinn-Austreibungen.                                                                                                                                                                                                                                              Ausgehend von der öffentlichen Debatte um »den Islam« und der Problematisierung dichotomischer Kategorien wie »Hochreligion – Volksreligion« oder »Orthodoxie – Heterodoxie« soll dieser Bereich anhand von textlichen (Zauberbücher, Streitschriften) und materiellen (Amulette, Heilschalen) Zeugnissen, ethnografischem Film- und Tonmaterial sowie Gesprächen mit Musliminnen erschlossen werden. Neben der inhaltlichen Einarbeitung steht die Analyse innermuslimischer Debatten um die Frage »Was ist Islam?« im Fokus. Die oben erwähnten Praktiken und Glaubensinhalte sind oft typisch für solche Diskussionen und kommen als Mittel der Abgrenzung und (De-)Legitimation zur Anwendung.

Leitung: Dr. Johannes Zimmermann
Veranstaltungsort: Haus Villigst

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 2. bis 6. September 2013

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A 2/ Figuren des Unsichtbaren

Was wären Kirche und Religion, Glaube und Ritual ohne das Unsichtbare? In Bauten und Bildern nehmen sie sichtbare Gestalt an, aber in Wort und Sakrament bekommen sie ihre Tiefendimension. Wasser, Brot und Wein werden erst gedeutet zu zentralen Figuren des Glaubens. Gottesdienst, so die These des Seminars, ist ohne den Übergang von Sichtbarem zu Unsichtbarem und wieder zurück zum Sichtbaren nicht zu denken.
Kulturelle, spirituelle, liturgische und gedankliche Techniken, die Grenze zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren in beide Richtungen zu überschreiten, lassen sich um den Begriff der Figur von Georges Didi-Huberman konzentrieren. Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf Lektüre und Textdiskussion (unter anderem Georges Didi-Huberman, Thomas von Aquin, Alex Stock, Alexander Deeg). Filmbetrachtungen (unter anderem Andrei Tarkowski, Das Opfer) erweitern die Wahrnehmungsübungen; ein Exkursionstag in der Region ist geplant.

Leitung: Anne Gidion, Dr. Dietrich Sagert
Veranstaltungsort: Haus Villigst

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 21. bis 25. August 2013

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A 3/ Die unsichtbare Bibel – Apokryphen, Pseudepigraphen und »andere verbotene Worte Gottes«


Sola scriptura – »die Schrift allein« – ist einer der Kernsätze des Protestantismus. Was aber ist die Schrift, oder vielmehr: Was gehört zur Schrift und was nicht? Wie steht es etwa um die Apokryphen, die »Verborgenen«, von
denen Martin Luther sagte, sie seien »Bücher, so der heiligen Schrift nicht gleich gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen«.
Was aber sind die Apokryphen und was steht – allen Sensations- und Verschwörungsgelüsten zum Trotz – letztlich in den Texten? Die Frage nach den verborgenen Texten weist dabei zurück auf die biblischen Bücher. Vom Unsichtbaren
her soll das Sichtbare neu in den Blick genommen werden. Was ergibt eine vergleichende Lektüre der Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten und Neuen Testaments zu ausgewählten Themen (zum Beispiel Gottesbild, Apokalyptik, Satan, Gnosis und das gelingende Leben des Menschen)? Warum sind manche Schriften in den Kanon aufgenommen worden, andere jedoch nicht? Von der »Häresie« wird in jedem Falle zu reden sein.

Leitung: Ramón Seliger
Veranstaltungsort: Evangelische Akademie Meißen

Dauer: 5 Tage
Zeitraum: 16. bis 20. August 2013

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