| Frühjahrsakademie |
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ge/recht/fertigt – Die Frühjahrsakademie des Evangelischen Studienwerks reist 2013 nach Wittenberg Die Frühjahrsakademie hat sich inzwischen fest als Programmformat im Evangelischen Studienwerk etabliert. Nach Neudietendorf in Thüringen 2011 und Enkenbach-Alsenborn in der Pfalz 2012 nun also die Lutherstadt Wittenberg! Für 2013 ließ sich die Evang. Akademie Sachsen-Anhalt e.V. als Kooperationspartnerin gewinnen und so können wir vom 20. bis 24. März 2013 vier Seminare zum Themenfeld 'Gerechtigkeit – Recht – Rechtfertigung' in der ehrwürdigen Leucorea in Wittenberg anbieten. Wir freuen uns besonders, wenn wieder zahlreiche Altvilligter/innen unter den Teilnehmenden sind! Anmeldungen sind bereits möglich per Email an Frau Steinhoff in der Geschäftsstelle Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Ab 1. Januar 2013 ist zusätzlich auch das Anmeldeportal im Intranet freigeschaltet. Weitere Informationen bei Studienleiter Thomas Zeitler ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ) oder im Intranet.
Die vier Seminare im Überblick:
I 1 'Patientenversorgung' Gerechtigkeit in der Patientenversorgung
Im Alltag der Patientenversorgung werden zu jeder Stunde Entscheidungen zur Ressourcenverteilung getroffen. Doch die Ressourcen werden knapper und müssten sorgfältiger denn je verteilt werden. Das Prinzip der „Gerechtigkeit“ spielt dabei eine entscheidende Rolle, doch herrscht keine Einigkeit darüber, was Gerechtigkeit in diesem Kontext bedeutet. In diesem Seminar der Frühjahrsakademie setzen sich Medizinstudenten/-innen und am Thema Interessierte mit diesen Herausforderungen ihres künftigen Berufsalltags auseinander. Sie lernen die ökonomischen Rahmenbedingungen ihres Handelns ebenso kennen wie die moralischen Konflikte, die Versorgungsbedürfnisse und -realitäten vor dem Hintergrund ihres Berufsethos auslösen. Theoretisches und methodisches Rüstzeug soll helfen, solche Problemlagen besser zu bewältigen. Neben den „Stellschrauben“ auf der Makroebene des Gesundheitssystems werden auch die Spielräume des eigenen Handelns ausgeleuchtet. Leitung: Dr. Almuth Hattenbach, Villigst und Dr. Susanne Faby, Wittenberg Das detaillierte Programm finden Sie hier (pdf-Datei).
I 2 'Erinnerungskulturen' Gedächtnis und Gerechtigkeit: Genozide als Herausforderung von Erinnerungskulturen Geschichtsbilder sind Verhandlungsorte individueller wie kollektiver Selbstverständnisse. Umkämpfter Schauplatz ist dabei die kollektive Erinnerung, deren Narrative durch ihren Gegenwartsbezug stets auch das Thema Gerechtigkeit als Subtext besitzen. Nirgends wird Gerechtigkeit in dieser Hinsicht eindrücklicher thematisiert als im Kontext von Genoziden: neben dem Holocaust sind u.a. die Völkermorde in Ruanda, während der Jugoslawienkriege und der Genozid an den Armeniern zu nennen. Anhand verschiedener Texten, die an Genozide erinnern wollen, nähert sich das Seminar dem Thema Gerechtigkeit und Erinnerung: Der Erarbeitung einer theoretischen Grundlage zu Konzepten von Erinnerung, Gedenken und Gerechtigkeit folgt die Lektüre ausgewählter Texte, die als Reaktion auf Genozide entstanden sind. Welche Formen nehmen diese Texte an? Welche Art von Gerechtigkeit werden in ihnen gefordert? Welche Bedeutung hat die Forderung nach Authentizität bzw. dem Dokumentarischen? Und wie ist mit dem Aspekt der Fiktionalität in einzelnen Texten umzugehen? Leitung: Florian Brandenburg, Berlin, und Dr. Hans-Joachim Hahn, Zürich
I 3 'Politische Theologie' Liebe, Macht, Gerechtigkeit: Grundbegriffe Politischer Theologie Für alle, die sich in einem politischen oder sozialen Feld engagieren, dürften Fragen nach dem Wesen der im Titel genannten drei ‚sozialethischen Großbegriffe‘ vertraut sein: Wie ist die Versöhnung von Getrenntem möglich? Welche Einflussmöglichkeiten stehen mir begrenztem Menschen zur Verfügung? Und wie kann eine Gerechtigkeitspraxis aussehen, die zu einem qualitativ neuen Miteinander führt? Der deutsch-amerikanische Theologe und Kulturphilosoph Paul Tillich (1868 – 1965) hat in einem konzentrierten programmatischen Vortrag 1954 eine sehr nach-denkenswerte Bestimmung und verschränkende Zuordnung der Begriffe ‚Love, Power, Justice‘ vorgenommen. Ausgehend von diesem Text soll es in diesem Seminar der Frühjahrsakademie möglich sein, eine intensive Reflexion zur Standortbestimmung des eigenen politisch-engagierten Handelns vorzunehmen und mit den sozialethischen ‚Glaubensfragen‘ einer Politischen Theologie zu verknüpfen. Das Seminar richtet sich an Studierende und Altvilligster/innen aller Fachrichtungen. Leitung: Pfarrer Thomas Zeitler, Villigst
I 4 'Blasphemiedebatten' Zwischen strafbarer Gotteslästerung und gerechtfertigter Religionskritik – juristische Blicke auf aktuelle Blasphemiedebatten Vom Skandalauftritt der Punkband Pussy Riot in Russland bis zur demonstrativen Koranverbrennung in den USA: weltweit entzünden sich an spektakulären Fällen öffentliche Debatten, welchem rechtlichen Schutz durch den Staat religiöse Gefühle unterstehen sollen. In Deutschland verbietet bereits § 166 StGB das ‚öffentliche Beschimpfen des Inhalts des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören‘. Aber auch bei uns werden aktuell eine Verschärfung wie auch eine völlige Abschaffung der Gesetze gegen Blasphemie gefordert. Das Seminar, das für Interessierte aller Fachrichtungen offen ist, bettet die inländische rechtspolitische Diskussion ein in eine rechtsvergleichende Analyse der Gesetzgebung in anderen Staaten. Leitung: Dr. Wiebke Hennig und Dr. Christian Schaich, beide Berlin
Was ist die Frühjahrsakademie? Das Evangelische Studienwerk hat 2011 ein zusätzliches Veranstaltungsformat eingeführt: die Frühjahrsakademie. Als Ergänzung zu interdisziplinären Seminaren ermöglicht die Frühjahrsakademie Formate, die eine Sommeruniversität nur eingeschränkt bietet, z.B. Kooperationen mit Instituten, Akademien oder anderen Förderwerken, offene Tagungsangebote der Altvilligsterinnen- und Altvilligster oder spezielle Projekte der Studienleitung. Neben den rein wissenschaftlichen Seminaren sollen auch Besinnungstage, spirituelle Angebote und Seminare mit besonderem FH-Fokus unter dem Dach der Frühjahrsakademie stattfinden. Mit der Durchführung in den Frühjahrssemesterferien wird zudem ein weiteres Villigstfenster für diejenigen geöffnet, die durch Praktika, Auslandsaufenthalte oder berufliche Verpflichtungen keine Gelegenheit haben, an der Sommeruniversität teilzunehmen.
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